Panoramafoto von einem Sonnuntergang mit leuchtenden Wolken, Baeumen und Huegeln


Filter für Infrarotfotos selber bauen


Eine Kompaktkamera ist wegen Ihres kleinen Objektivs gut geeignet um ohne großen Aufwand einen Blick in die für unsere Augen unsichtbare Welt der infraroten Strahlung zu werfen.

Man braucht:

1 Digitalkamera (Hersteller oder Alter egal)
1 kurzen Streifen unbelichteten Diafilm
Schere
Lineal
Tesafilm

Zuerst wird der Bereich um die Frontlinse ausgemessen, der abgedeckt werden muss. Dabei ist zu beachten, dass nur die Front vom Objektivtubus beklebt wird, damit das Objektiv nicht am ausfahren gehindert wird.

Dann schneidet man sich aus dem Film zwei entsprechend große Stücke aus. Die SX200 IS hat für Kompaktkameraverhältnisse eine recht große Frontlinse, hier reicht der Kleinbildfilm geradeso aus. Bei größeren Objektiven oder SLR kann man sich natürlich auch mit unbelichtetem Mittelformatfilm behelfen.

Mit schmalen Streifen Tesafilm werden die beiden Filmstücke nun übereinandergelegt und vorsichtig festgeklebt. Wichtig ist, das kein Licht von den Seiten eindringen kann.

Für den ersten Test stellt man die Kamera am besten auf ein Stativ, falls keins vorhanden ist kann man sie natürlich auch irgendwo drauf stellen. Um Verwacklungen zu vermeiden muss der Selbstauslöser aktiviert sein. Die Belichtungszeit bei bewölktem Himmel liegt bei der SX200 IS bei ca. 15 Sekunden. Bei Sonnenlicht kann man auch auf dem Display noch etwas erkennen, das reicht sogar zur Scharfstellung.


Das Scharfstellen ist besonders problematisch, da der Brennpunkt einer Linse bei Licht im nahen Infrarotbereich etwas anders liegt als bei sichtbarem. Den Autofocus könnt ihr sowieso vergessen! Leider lassen sich die wenigsten Kompaktkameras manuell scharfstellen, die SX200 IS kann das aber. Mit ein wenig probieren lässt sich so die passende Entfernungseinstellung wählen. Bei der SX200 IS liegt diese bei 10-20 cm.

Nach dem ersten Bild - auch wenn es vielleicht unscharf und farbstichig ist - stellt sich bei den meisten Leuten ein AHA-Effekt ein - zumindest dann wenn man bisher noch nicht in Infrarot fotografiert hat. Vielen unbedarften erscheint die Welt die sie dort sehen unwirklich und unheimlich :)

Die Fotos sollten in S/W gewandelt werden. "Farb-Infrarot"-Bilder (die mit den weissen Bäumen und dem roten oder blauen Himmel) sind mit dieser Methode nicht möglich da hierzu noch sichtbares Licht aus dem Rotbereich benötigt wird. Dazu aber später mehr.

Will man mehr Kontrolle und bessere Bilder kommt man um den Einsatz einer teuren Spiegelreflexkamera und eines teuren Filters nicht drum rum. Ich habe eine Canon EOS 50D mit Hoya R72 Filter. Warum diese Kombination nicht gut ist zeige ich euch im nächten Teil:

> Farb-Infrarotfotos mit der Canon EOS 50D und Hoya R72

Unbelichteter Diafilm als einfacher Infrarotfilter vor einer Digitalkamera

Primitiver selbstgebauter Infrarotfilter für die Digitalkamera




1 Lage unbelichteter Diafilm und 5 Sekunden Belichtungszeit. Noch kommt zuviel sichtbares Licht durch.


Infrarotfotografie mit der Digitalkamera

2 Lagen unbelichteter Diafilm blenden das sichtbare Licht fast komplett aus! 15 Sekunden Belichtungszeit zeigen einen fremden Planeten....


Infrarotfotografie Digitalkamera Kompaktkamera Infrarot

Nein, das ist nicht im Winter aufgenommen sondern mitten im Hochsommer! Und ich habe ein schwarzes T-Shirt an... !